Aktuelle Lage

Migranten bleiben zu häufig außen vor

Das Thema Integration ist aktuell wichtiger denn je: Mit fast 440.000 Zuwanderern im vergangenen Jahr liegt Deutschland im OECD-Vergleich auf Platz zwei der größten Einwanderungsländer (Quelle: Studie „Neue Potenziale“ des Institut für Bevölkerung und Entwicklung Berlin, Juni 2014). Viele Menschen, die aus Kriegsgebieten geflohen sind, suchen Schutz in Deutschland. Sie bringen ihr Leben und ihre Hoffnungen mit.

Der Bericht „Bildung in Deutschland 2014“ zeigt, dass Kinder und Erwachsene mit Migrationshintergrund zu häufig außen vor bleiben. Zum Vergleich: Auf einen Deutschstämmigen ohne Schulabschluss kommen fünf Jugendliche mit Migrationshintergrund.

Daneben kommt eine weitere Herausforderung auf das Bildungssystem zu: Im Jahr 2013 gab es erstmals mehr Studienanfänger als neue Auszubildende. Die Folge: Das international anerkannte Erfolgsmodell des dualen Ausbildungssystems gerät mangels Nachwuchs in Schieflage. So blieben 2013 nach einem aktuellen Bericht der DIHK 70.000 Ausbildungsplätze unbesetzt. Bedenklich ist auch die hohe Zahl der Ausbildungs-Abbrecher: Rund 24 Prozent der Azubis lösen ihre Verträge vorzeitig wieder auf (Quelle: Studie DIHK-Ausbildungsumfrage 2013).

Wer in jungen Jahren den Anschluss an die Berufswelt verpasst, dem droht in wirtschaftlich schwächeren Zeiten immer wieder der Jobverlust – nicht selten gefolgt von lebenslanger Armut. Arbeitslosigkeit bedeutet eine gravierende Bedrohung der Lebensperspektive. Berufliche Ablehnung, mangelnde Berufserfahrung und eingeschränkte soziale Kontakte geben den Jugendlichen bald das Gefühl von Nutzlosigkeit. Ziel muss es daher sein, insbesondere den benachteiligten Jugendlichen eine zusätzliche Schulbetreuung, eine betriebliche Ausbildung oder eine langfristige Beschäftigung zu ermöglichen. Dazu können Betriebe, öffentliche Institutionen und Schulen einen Beitrag leisten.

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