Aktuelle Lage

Hohe Abbrecherquote bei Migranten

Auf dem ersten Blick scheint die Arbeitsmarktlage in Deutschland stabil: Laut statistischem Bundesamt liegt Deutschland mit seiner derzeitigen Jugendarbeitslosenquote an niedrigster Stelle innerhalb der EU (Stand November 2012). Jedoch warnen Experten vor einer ähnlich dramatischen Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt wie bei unseren europäischen Nachbarn. Die relativ guten Zahlen in Deutschland sind trügerisch: Die Arbeitslosenquote von 6,2 Prozent ist in Deutschland im Jahre 2012 bei den 20 bis 25jährigen im europäischen Kontext vergleichsweise niedrig, reagiert aber auch besonders sensibel auf konjunkturelle Schwankungen“, begründet Heinrich Deichmann seine Initiative. 2011 lag die Quote noch bei 6 Prozent

Darüber hinaus ist die Quote der Schulabbrecher mit Migrationshintergrund laut Integrationsbericht der Bundesregierung mit 12,8 Prozent mehr als doppelt so hoch wie die von deutschen Schülern, die bei 5,4 Prozent liegt  Nach dem gleichen Bericht verlassen jährlich immer noch 53.000 deutsche und fast 11.000 ausländische Jugendliche die Schule ohne Abschluss. Der Grund hierfür ist die fehlende Ausbildungsreife und Berufsqualifikation der Schulabgänger. Viele Jugendliche haben durch eine nichtausreichende Vorbereitung in der Schulzeit eine falsche Vorstellung vom Arbeitsleben oder Schwierigkeiten bei der Umstellung vom Schul-auf den Berufsalltag. Doch insbesondere Jugendliche aus sozialschwachen Familien oder mit Migrationshintergrund sind auf die Unterstützung der Schulen angewiesen.

Wer in jungen Jahren den Anschluss an die Berufswelt verpasst, dem droht in wirtschaftlich schwächeren Zeiten immer wieder der Jobverlust – nicht selten gefolgt von lebenslanger Armut. Arbeitslosigkeit bedeutet eine gravierende Bedrohung der Lebensperspektive. Berufliche Ablehnung, mangelnde Berufserfahrung und eingeschränkte soziale Kontakte geben den Jugendlichen bald das Gefühl von Nutzlosigkeit. Ziel muss es daher sein, insbesondere den benachteiligten Jugendlichen eine zusätzliche Schulbetreuung, eine betriebliche Ausbildung oder eine langfristige Beschäftigung zu ermöglichen. Dazu können Betriebe, öffentliche Institutionen und Schulen einen Beitrag leisten.

 Jugendarbeitslosenquote (15 bis unter 25 Jahre) in Deutschland nach Bundesländern im Dezember 2012

Jugendarbeitslosenquote (15 bis unter 25 Jahre) in Deutschland nach Bundesländern im Dezember 2012

 

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