Paul-Schneider-Realschule plus und Fachoberschule Sohren-Büchenbeuren aus Sohren: 2. Platz beim DEICHMANN-Förderpreis für Integration

Die „Paul-Schneider-Realschule plus und Fachoberschule Sohren-Büchenbeuren“ aus Sohren erhielt heute in Düsseldorf den 2. Preis des DEICHMANN-Förderpreises für Integration in der Kategorie „Schulische Präventivmaßnahmen“. Der integrative Unterricht der „PSS“ zeichnet sich durch einen Sprachvorkurs aus, bei dem die Schüler in Intensivkursen Deutsch auf eine Teilnahme am regulären Unterricht vorbereitet werden. Die „PSS“ ist zudem eine rheinland-pfälzische Hospitationsschule mit den Schwerpunkten Teambildung und Sprachförderung – Lehrer und andere Schulen erlernen dort das „best-practice“-Modell für den Unterricht und die Integration von Schülern mit Migrationshintergrund. Für dieses Engagement wurde der Schule ein Preisgeld in Höhe von 8.000 Euro durch den Initiator des Förderpreises, Heinrich Deichmann, überreicht.

 

Düsseldorf, 21. November 2017. Mit dem Leitgedanken „Integration setzt Kommunikationsfähigkeit voraus“ bietet die „PSS“ Schülern mit geringen oder keinen Deutschkenntnissen eine Intensivmaßnahme im bestehenden Sprachvorkurs an. Im Rahmen des sozialen Verständnisses von Integration spielen die Deutschkenntnisse von Geflüchteten eine Schlüsselrolle. Durch Fluchterlebnisse sind die Schüler traumatisiert. In ihrem Heimatland hatten sie wegen Kriegen, Bürgerkriegen, Krisen, Unruhen und Konflikten nicht die Chance, regelmäßig eine Schule zu besuchen. Im Sprachvorkurs werden demnach nicht nur Sprachprobleme gelöst, auch Themen der Grundbildung und des Schriftsystems sind an der Tagesordnung. Von der „Alphabetisierungsgruppe“ wechseln die Schüler mit steigendem schriftlichem und sprachlichem Niveau in die „Mittlere Gruppe“. Die „Fortgeschrittenen-Gruppe“ vermittelt Kompetenzen, um im Regelschulalltag anknüpfen zu können. Für fast volljährige Schüler ist der Übergang in eine Regellerngruppe innerhalb eines angemessenen Zeitfensters kaum zu leisten, da die meisten über eine unzureichende Grundbildung verfügen. Aus diesem Grund wurde die Projektklasse „Potenzialentwicklung durch Lernen, Integration und Sprache (PoLIS)“ ins Leben gerufen. Darunter versteht sich ein spezielles Programm, um einen berufsqualifizierten Abschluss im allgemeinbildenden Schulsystem zu erreichen.

Die Integration der Schüler in die Schulgemeinschaft und in das Berufsleben wird durch intensive Sprachförderung, einen angepassten Fächerkanon, die Teilnahme an der Ganztagsschule, und Arbeitsgemeinschaften sowie berufsorientierenden Praktika gewährleistet. „Ein Ansatz, der ganz im Sinne des Förderpreises ist und die Jury daher überzeugt hat“, begründete Heinrich Deichmann die Entscheidung, die „Paul-Schneider-Realschule plus und Fachoberschule Sohren-Büchenbeuren“ auszuzeichnen.

In diesem Jahr wird der DEICHMANN-Förderpreis bereits zum dreizehnten Mal verliehen. Ziel des Preises ist es, Projekte, die sich in herausragender Weise für Integration engagieren, ins Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken. Laut Berufsbildungsbericht 2017 sind noch nie zuvor so viele Lehrstellen unbesetzt geblieben, wie im vergangenen Jahr. Einer der Gründe hierfür ist, dass Jugendliche mit schlechtem Schulabschluss für zunehmend anspruchsvollere Berufsbilder und Ausbildungsgänge ungenügend vorbereitet sind. Sprachdefizite, Behinderungen, psychische Probleme oder eine mangelnde Integrationsfähigkeit verhindern oft den Schulabschluss. Dadurch wird vielen Jugendlichen der Zugang zu einer Ausbildungsstelle und somit der Einstieg in den Arbeitsmarkt deutlich erschwert. Sie gelten oft als nicht ausbildungsfähig. Und doch gibt es sie: Unternehmen, Initiativen und Schulen, die sich jenseits von Noten und formalen Abschlüssen besonders engagieren, um diese Hürden zusammen mit den Jugendlichen zu überwinden. Sie will der Förderpreis ins Licht der Öffentlichkeit rücken.

Die Schirmherrin des DEICHMANN-Förderpreises ist auch in diesem Jahr die Moderatorin Nazan Eckes, die auch als Jury-Mitglied bei der Auswahl der Sieger des Förderpreises beteiligt ist. Für sie stellt Integration ein zentrales Thema in ihrem Leben dar. „Integration in Deutschland ist für mich ein Gefühl, das mir sagt: Hier bin ich zu Hause und hier will ich leben“, erklärt Nazan Eckes.

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