Don Bosco Berufsschule aus Würzburg: 3. Platz beim DEICHMANN-Förderpreis für Integration

Die „Don Bosco Berufsschule“ aus Würzburg erhielt heute in Düsseldorf den 3. Preis des DEICHMANN-Förderpreises für Integration in der Kategorie „Schulische Präventivmaßnahmen“. Die „Don Bosco Berufsschule“ widmet sich als Berufsschule zur sonderpädagogischen Förderung der Aufgabe, benachteiligte junge Menschen und junge Menschen mit Behinderungen beruflich zu qualifizieren. Etwa 600 Schüler werden von 50 Lehrern unterrichtet. Die Schulgemeinschaft setzt sich außerdem für ein Leben ohne Ausgrenzungen und mit der Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben ein.  Für dieses Engagement wurde der Schule ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro durch den Initiator des Förderpreises, Heinrich Deichmann, überreicht.

 

Düsseldorf, 21. November 2017. Die „Don Bosco Berufsschule“ sieht sich derzeit in einer Entwicklung von einer Berufsschule mit sonderpädagogischer Förderung zu einer Schule für schwierige Lebenslagen. Darunter zählen Unterstützungsbedarfe im Kontext Lernen, alleinerziehende Mütter, psychische Belastungen, Autismus-Spektrum, Mobilitätsbeschränkungen, Dyslexie und Dyskalkulie und Schulverweigerer. Die Inklusion ermutigt die Schulgemeinschaft bei der engagierten Suche nach kreativen Wegen zur Teilhabe aller am gesellschaftlichen Leben. Um Bildungserfolge zu sichern, entwickelt die Schule mit Partnern regionale Netzwerke und gestaltet berufliches Lernen durch individuelle Beratung, Begleitung und Förderung.

Seit 2012 umfasst dieser Bereich auch die Personengruppe der Strafgefangenen der Würzburger Justizvollzugsanstalt, die auf eine Externen-Prüfung vorbereitet werden. Das Projekt „Duale berufsqualifizierende Maßnahmen in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Würzburg“ vertieft und erweitert das Konzept „Schule für schwierige Lebenslagen“. Bislang nahmen 20 junge Männer daran teil.

Neben dem Team der JVA sind derzeit drei Lehrkräfte und der mobile Dienst der „Don Bosco Berufsschule“ am Unterricht in der JVA beteiligt. Das Modell wurde in enger Zusammenarbeit mit der zuständigen Kammer zunächst für die Berufe Maler und Metallbauer entwickelt und aktuell mit Unterstützung des Bayerischen Justizministeriums erweitert. Junge Frauen können Qualifizierungen im Berufsfeld Textilreinigung erwerben. Die Ausweitung auf weitere Berufe steht auf der Agenda. Der Fachunterricht wird über die „Don Bosco Berufsschule“ gesichert. Lehrer unterrichten in der JVA und klären gemeinsam mit den Ausbildern und dem pädagogischen Dienst der JVA die notwendigen Schritte zur Abschlussprüfung und deren Organisation wie etwa die Teilnahme an der Prüfung mittels Freigang. „Ein Ansatz, der ganz im Sinne des Förderpreises ist und die Jury daher überzeugt hat“, begründete Heinrich Deichmann die Entscheidung, die „Don Bosco Berufsschule“ auszuzeichnen.

In diesem Jahr wird der DEICHMANN-Förderpreis bereits zum dreizehnten Mal verliehen. Ziel des Preises ist es, Projekte, die sich in herausragender Weise für Integration engagieren, ins Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken. Laut Berufsbildungsbericht 2017 sind noch nie zuvor so viele Lehrstellen unbesetzt geblieben, wie im vergangenen Jahr. Einer der Gründe hierfür ist, dass Jugendliche mit schlechtem Schulabschluss für zunehmend anspruchsvollere Berufsbilder und Ausbildungsgänge ungenügend vorbereitet sind. Sprachdefizite, Behinderungen, psychische Probleme oder eine mangelnde Integrationsfähigkeit verhindern oft den Schulabschluss. Dadurch wird vielen Jugendlichen der Zugang zu einer Ausbildungsstelle und somit der Einstieg in den Arbeitsmarkt deutlich erschwert. Sie gelten oft als nicht ausbildungsfähig. Und doch gibt es sie: Unternehmen, Initiativen und Schulen, die sich jenseits von Noten und formalen Abschlüssen besonders engagieren, um diese Hürden zusammen mit den Jugendlichen zu überwinden. Sie will der Förderpreis ins Licht der Öffentlichkeit rücken.

Die Schirmherrin des DEICHMANN-Förderpreises ist auch in diesem Jahr die Moderatorin Nazan Eckes, die auch als Jury-Mitglied bei der Auswahl der Sieger des Förderpreises beteiligt ist. Für sie stellt Integration ein zentrales Thema in ihrem Leben dar. „Integration in Deutschland ist für mich ein Gefühl, das mir sagt: Hier bin ich zu Hause und hier will ich leben“, erklärt Nazan Eckes.

image_pdfals PDF speichernimage_printDruckansicht

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.