Presseinformation

Dienstag, 10. Oktober 2017
MORUS 14 e.V. für das Finale des DEICHMANN-Förderpreises nominiert

Auszeichnung für Verein aus Berlin

 „MORUS 14 e.V.“ für das Finale des DEICHMANN-Förderpreises nominiert – Platzierung unter Top 3 bundesweit sicher

Der Verein „MORUS 14 e.V.“ ist für das bundesweite Finale des DEICHMANN-Förderpreises für Integration nominiert worden. Jährlich kann der Verein mit über 150 Ehrenamtlichen bis zu 200 Kinder und Jugendlichen zwischen 6 und 20 Jahren mit ihren Mentoringprogrammen unterstützen. Die Teilnehmer werden in jeder Phase ihres Lebens begleitet. Neben der Unterstützung, die sie dadurch erfahren, werden auch gegenseitige Berührungsängste und mögliche Vorurteile abgebaut. Die genaue Platzierung wird am 21. November 2017 bei der Preisverleihung in Düsseldorf bekannt gegeben. Der Verein „MORUS 14 e.V.“ ist in jedem Fall unter den drei Top-Platzierten in der Kategorie „Berufliche Förderung durch Vereine, öffentliche Initiativen und kirchliche Organisationen“. Der DEICHMANN-Förderpreis wird seit 2005 verliehen. Die Plätze eins bis drei sind mit Preisgeldern zwischen 15.000 und 5.000 Euro dotiert. Insgesamt schüttet der Förderpreis 100.000 Euro aus.  

Auch in diesem Jahr übernimmt die TV-Moderatorin Nazan Eckes wieder die Schirmherrschaft des DEICHMANN-Förderpreises für Integration. Initiator des DEICHMANN-Förderpreises ist Heinrich Deichmann, Vorsitzender des Verwaltungsrates von Europas größtem Schuheinzelhändler, der DEICHMANN SE. Er verleiht die Preise in Düsseldorf persönlich in drei Kategorien: „MORUS 14 e.V.“ wird in der Rubrik „Vereine und öffentliche Initiativen“ für sein vorbildliches Engagement ausgezeichnet. Neben Vereinen, die Benachteiligte fördern, werden auch Unternehmen sowie Schulen geehrt.

Bessere Zukunftsperspektiven

Das Rollbergviertel, in dem „MORUS 14 e.V.“ aktiv ist, gehört zu dem Berliner Stadtteil Neukölln und gilt als sozialer Brennpunkt mit hoher Arbeitslosigkeit. Der Bewohneranteil, der bereits mit Polizei und Justiz in Berührung gekommen ist, ist hoch.  Rund 50% der rund 5.700 Einwohner aus 30 verschiedenen Nationen beziehen Transferleistungen (Hartz IV und andere). Der Anteil der Bewohner mit Migrationshintergrund liegt bei ca. 70%. Knapp ein Drittel der Bewohner ist jünger als 25 Jahre. Die größte Herausforderung im Rollbergviertel ist eine auffällige Bildungsferne in allen Bevölkerungs- und Altersgruppen. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Kinder extrem kiezbezogen aufwachsen. Ihre Wahrnehmung der Welt reicht selten über die Großfamilie oder ihren engeren Kiez hinaus.

Um den jungen Bewohnern des Rollbergviertels bessere Bildungschancen, Zukunftsperspektiven und Lebensbedingungen zu ermöglichen, hat „MORUS 14 e.V.“ verschiedene altersspezifische Programme entwickelt.

Das „Netzwerk Schülerhilfe Rollberg“ richtet sich an Kinder und Jugendliche ab acht Jahren. Es bietet mindestens einmal in der Woche eine anderthalbstündige kostenlose Betreuung durch ehrenamtliche Mentoren. Diese unterstützen bei schulischen Aufgaben, bei der Entwicklung sozialer Kompetenzen und ermöglichen ihren Schützlingen Einblicke in verschiedene gesellschaftliche Schichten  und Lebensentwürfe. Auch Ausflüge außerhalb des heimischen Kiezes stehen auf dem Programm.

Seit September 2016 gibt es nach demselben Prinzip für eine Grundschulklasse das Pilotprojekt „Fit und schlau – von Anfang an“. Die ehrenamtlichen Mentoren haben sich vorgenommen, jedes Kind von der ersten bis zur sechsten Klasse zu begleiten. „Rollberg bergauf“ spricht Oberschüler ab der 9. Klasse an. Für den Übergang von der Schule zur beruflichen Ausbildung / zum Studium bietet ihnen „MORUS 14 e.V.“ eine professionelle Ausbildungsberatung. Ergänzend baut „MORUS 14 e.V.“ Kontakte zu Firmen auf, die passende Praktikums- und Ausbildungsplätze anbieten können. Im Neuköllner Rollbergviertel leben überwiegend muslimische Kinder und Jugendliche. Im Projekt  „Shalom Rollberg“ werden auf ungezwungene Weise gegenseitige Berührungsängste abgebaut. In von jüdischen Freiwilligen geleiteten Gruppen werden beispielsweise Englischunterricht, Sport oder Theaterkurse angeboten. Wer gemeinsam gearbeitet und gelacht hat, fühlt sich nicht mehr so fremd. Mit dem jüngsten Projekt „Der frühe Vogel….“ können sich Jugendliche aus dem Kiez ab Oktober 2017 frühzeitig mithilfe von Lehramtsstudenten auf die Prüfungen für den Mittleren Schulabschluss bzw. die Berufsbildungsreife 2018 vorbereiten.

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