Presseinformation

Montag, 10. Juni 2013
Interview mit Moderatorin Nazan Eckes

Seit acht Jahren zeichnet der DEICHMANN-Förderpreis Projekte und Initiativen aus, die sich gegen Jugendarbeitslosigkeit und für mehr Ausbildungsplätze einsetzen. 2013 liegt der Fokus erstmals stärker auf dem Thema Integration. Mit Nazan Eckes und Nuri Sahin haben zwei Prominente mit Migrationshintergrund die Schirmherrschaft übernommen. Im Interview spricht die RTL-Moderatorin über ihre türkischen Wurzeln, beruflichen Erfolg und Vorbildfunktionen.

Frau Eckes, wie wichtig ist Ihnen Integration?

Eckes: Integration ist ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt und mich wahrscheinlich ein Leben lang begleiten wird. Junge Leute brauchen Vorbilder, eine Leitfigur an der sie sich orientieren können. Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, haben daher eine besondere Verantwortung. Ich engagiere mich aus tiefster Überzeugung.

Dem Integrationsbericht der Bundesregierung zufolge ist beispielsweise die Quote der Schulabbrecher mit Migrationshintergrund mehr als doppelt so hoch wie die deutscher Schüler. Woran liegt das?

Eckes: Viele Kinder von Migranten sind, was die Schule betrifft, völlig auf sich allein gestellt. Das ist ein großes Problem. Niemand hilft ihnen bei den Hausaufgaben oder beim Schreiben von Bewerbungen. Die Eltern wollen vielleicht helfen, aber sie können nicht, weil Sie selbst zu schlecht Deutsch sprechen.

Der Schlüssel zur Integration heißt also Sprache?

Eckes: Definitiv! Nur wer die Sprache spricht, kann einen guten Schulabschluss machen. Ohne einen guten Schulabschluss stehen die Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt schlecht. Mein Vater hat mir schon in frühester Kindheit eingebläut, mich in der Schule anzustrengen, wenn ich nicht einmal am Fließband arbeiten möchte. Das hat gesessen.

Was würden Sie Jugendlichen mit auf den Weg geben, bei denen es, sagen wir einmal, nicht ganz so rund gelaufen ist wie bei Ihnen? Jugendliche ohne Schulabschluss, ohne Ausbildungsplatz, ohne Perspektive?

Eckes: Sich Hilfe holen, Hilfe annehmen. Es ist ein Zeichen von Stärke, sich einzugestehen, dass man in einer Sackgasse steckt und allein nicht mehr herausfindet. Junge Menschen brauchen einen Job, der Ihnen eine Perspektive bietet. Eine frühzeitige Unterstützung bereits im Schulalter sowie die Schaffung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen sind in diesem Zusammenhang von elementarer Bedeutung.

Und hier kommen Projekte wie der DEICHMANN-Förderpreis ins Spiel?

Eckes: Genau! Er trägt beispielsweise dazu bei, dass benachteiligte Jugendliche, die Unterstützung brauchen, diese auch erhalten. Denn er bietet Betrieben, öffentlichen Initiativen, Vereinen und Schulen, die sich für körperlich, geistig oder sozial beeinträchtigte Jugendliche und ihre Berufsbildungschancen einsetzen, nicht nur finanzielle Unterstützung. Er will ihnen auch Mut machen, sich weiterhin auf diesem Gebiet zu engagieren. Das finde ich großartig!

Danke für das Gespräch und viel Glück bei der anstehenden Aufgabe!

Bewerbungsfrist läuft bis 30. Juni

Alle Initiativen, die sich für benachteiligte Kindert oder Jugendliche engagieren, können sich über www.deichmann-foerderpreis.de bis zum 30. Juni 2013 bewerben. Außerdem sind die Bewerbungsunterlagen beim Wettbewerbsbüro unter der Telefonnummer 0180 / 5010759 (14 ct/Min.) anzufordern. Der DEICHMANN-Förderpreis ist insgesamt mit 100.000 Euro dotiert.

 

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