Jugendarbeitslosigkeit 2012: Gefährlicher Trend in Deutschland

Die Wirtschaftskrise hat die Jugend Europas besonders hart getroffen. Laut statistischen Bundesamt  ist die Jugendarbeitslosigkeit seit Frühjahr 2008 von 15 auf heute 20 Prozent gestiegen. In sämtlichen europäischen Ländern ist die Jugendarbeitslosigkeit höher als die Arbeitslosigkeit insgesamt.

Auch wenn hierzulande die Situation besser ist als im europäischen Durchschnitt, warnen Experten vor einem ähnlichen Negativtrend wie bei vielen unserer europäischen Nachbarn.

Jugendarbeitslosigkeit in der Europäischen Union

Jugendarbeitslosigkeit in der Europäischen Union © SZ Grafik

Der Anstieg von befristeten Arbeitsverträge, von Leiharbeit und Teilzeitarbeit bis zu 20 Stunden sowie von geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen zeigt einen Trend, der in Zukunft für die deutsche Jugend gefährlich werden könnte.

Die befristeten Anstellungen junger Leute sowie das Hängenbleiben junger Menschen in der Leiharbeit – dies könnten Vorboten einer schwieriger werdenden Arbeitswelt sein. Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts belegen diesen Trend: Fast 37 Prozent der jungen Erwerbstätigen in Deutschland sind „atypisch“ beschäftigt.

Es liegt an diesen Beschäftigungsverhältnissen, weshalb die Wirtschaftskrise in vielen unserer Nachbarländer besonders die Jugend getroffen hat. Sie sind  im Gegensatz zu der ältren Generation der Beschäftigten mit festen Arbeitsveträgen leicht kündbar. Daher wurden von viele Firmen zuerst junge Mitarbeiter entlassen, als es in der Krise darum ging,  Stellen zu kürzen und Kosten zu sparen.

Der Volkswirt Claus Schäfer von der Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf fordert, dass befristete Arbeitsplätze stärker reguliert werden müssen. Seiner Meinung nach ist eine der Ursachen für die gewaltsame Entladung des Frusts Jugendlicher wie in England  die Auseinanderentwicklung von Arm und Reich. Auf Deutschland bezogen sei gerade das Ost-West-Gefälle problematisch, da in Ostdeutschland die Löhne oft ein Viertel niedriger seien als im Westen.

Quelle: Sibylle Haas:  Jugendarbeitslosigkeit in der EU Jung, gut ausgebildet, schnell kündbar, Sueddeutsche.de

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