Privatdozent Dr. Dr. habil. Werner Hanne belegt den Sonderpreis beim Deichmann-Förderpreis

Im Jahr 1993 eröffnete Dr. Dr. habil. Werner Hanne eine Augenarztpraxis in Bad Salzdetfurth. Sein Engagement für behinderte Jugendliche ergab sich zunächst eher zufällig: Die zweite Auszubildende des Mediziners litt unter einer erheblichen Hör- und Sprachbehinderung. Mit großem persönlichem Einsatz, HNO-ärztlicher Behandlung und einer korrekten Hörgerätanpassung gelang es damals, die junge Frau vollständig in den Berufsalltag zu integrieren. Die guten Erfahrungen inspirierten Werner Hanne, das Projekt „Ausbildung und Integration behinderter Jugendlicher“ ins Leben zu rufen.

Benachteiligten Jugendlichen soll dadurch in seiner Praxis eine Ausbildung zum medizinischen Fachangestellten oder zur Kauffrau bzw. zum Kaufmann im Gesundheitswesen ermöglicht werden. Werner Hanne unterstützt seine Auszubildenden und hilft ihnen, den Anforderungen der Ausbildung gerecht zu werden: Die Entwicklung individueller Integrationsstrategien und eine flexible Förderung sind die Grundlagen seines Erfolgs. Dies kann beispielsweise durch betriebliche Nachhilfe und medizinische oder psychotherapeutische Betreuung geschehen. Außerdem achtet Werner Hanne auf ein ausgewogenes Verhältnis von behinderten und nicht behinderten Angestellten. Auf diese Weise ist eine gute Integration der Jugendlichen in den Praxis- und Büroalltag möglich, da ein Teil der Belegschaft in die aktive Förderung der Auszubildenden mit einbezogen wird. Dennoch begegnet Werner Hanne allen Mitarbeitern mit derselben Erwartungshaltung: In der Praxis des Privatdozenten gibt es keine Sonderstellung für die behinderten Auszubildenden. Heute profitiert das Ausbildungsprojekt vom langjährigen Engagement des Mediziners. Auch die Patienten wissen gut mit den behinderten Auszubildenden umzugehen und bringen der Ausbildungsphilosophie große Sympathien entgegen.

Die Bilanz des Engagements ist beachtlich: Seit der Gründung seiner Praxis hat Werner Hanne insgesamt 16 Jugendliche ausgebildet, davon sieben mit körperlichen Einschränkungen, geistigen Beeinträchtigungen, Lernbehinderungen oder Schulvermeidungshaltung. Lediglich in einem Fall wurde die Ausbildung abgebrochen. Da es Werner Hanne aber nicht möglich ist, alle Auszubildenden in seiner Praxis zu übernehmen, fühlt er sich auch für deren Weitervermittlung verantwortlich. Mit einer – krankheitsbedingten – Ausnahme ist bislang für alle Jugendlichen nach ihrem Abschluss eine entsprechende Arbeitsstelle gefunden worden.

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