„Arbeit für Jugend e.V.“ belegt den 1. Platz in der Kategorie I beim Deichmann-Förderpreis

ff-Hofmogel, Christiane von Beckerath, Horst Niegel, Heinrich DeichmannIm Jahr 1998 beschlossen Ilse Nitzsche und Ursula Schierholz etwas gegen die hohe Zahl der arbeitslosen Jugendlichen im Raum Wolfratshausen-Geretsried, etwa 30 Kilometer südlich von München gelegen, zu tun und gründeten das Projekt „Arbeit für Jugend“, welches 2005 in einen Verein überführt wurde. Sie erkannten, dass in der Region die mangelnde Schulbildung Hauptursache für die Jugendarbeitslosigkeit war. Ihre Idee: Ein ehrenamtlicher Coach unterstützt ab Beginn der Klasse 9 eine benachteiligte Hauptschülerin beziehungsweise einen benachteiligten Hauptschüler. Die Jugendlichen haben es durch große Schwierigkeiten im Elternhaus oder ihren Migrationshintergrund sehr schwer, einen guten Abschluss zu machen und eine Lehrstelle zu finden. Viele von ihnen leider unter Lernschwächen. Nahezu alle Schülerinnen und Schüler haben einen Notendurchschnitt von 3,5 oder schlechter.

Der Kontakt kommt über die örtlichen Hauptschulen zustande. Der Verein stellt sich jährlich in den 8. Klassen vor. In Einzelgesprächen erfahren die Schüler dann bei Interesse Näheres über das Coaching. Im anschließenden Matching wird festgelegt, welcher Coach zu welchem Jugendlichen passt.

Das Coaching beginnt mit den Vorbereitungen auf den Abschluss, damit die Jugendlichen den qualifizierenden Hauptschulabschluss schaffen. Zentral ist außerdem die Suche nach einer geeigneten Lehrstelle und die Begleitung durch die Probezeit. Wenn nötig, bleiben die Coaches auch bis zum Ende der Lehrzeit an der Seite der Jugendlichen. Weiterer Schwerpunkt der Arbeit ist die Stärkung der Persönlichkeit der jungen Menschen. Die Coaching-Treffen finden ein- bis zweimal wöchentlich statt. Derzeit werden 53 Schüler/innen durch 50 Coaches betreut.

Der Verein verfügt über ein weites Netz an Partnern aus Schulen, Trägern der Jugendhilfe, der Stadtverwaltung sowie der lokalen Wirtschaft. Er umfasst circa 40 Mitglieder und finanziert sich ausschließlich über Spendengelder. Die Spenden werden für zusätzlichen Nachhilfeunterricht eingesetzt. Hinzu kommt ein enormer Zeitaufwand, den die Coaches bereit sind einzusetzen. Im Schnitt wenden sie zwischen 5.000 und 6.000 Stunden jährlich auf, um die von ihnen betreuten Jugendlichen weiterzubringen. Der Erfolg gibt ihnen recht. Von den mittlerweile 500 betreuten Jugendlichen, haben 70 Prozent eine Ausbildungsstelle erhalten.

Kontaktinformationen

Arbeit für Jugend e.V.
Herr Horst Niegel

Schlesierstraße 9
82515 Wolfratshausen

Telefon: 08171 / 10200
E-Mail: h.niegel@gmx.net
Website: arbeit-fuer-jugend.de

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